Marco bleibt in Untersuchungshaft – Opfer fordert harte Bestrafung

Das Thema findet in weiten Teilen der Medien anklang. Marco W, der deutsche Junge, der in der Türkei in Untersuchungshaft sitzt, ist seit Monaten das Thema. Fernsehen, Rundfunk und Presse berichten in regelmäßigen Abständen – immer dann, wenn ein weiterer Prozesstag ansteht oder neue “Gutachten” oder Zeugenaussagen auftauchen.

So auch heute. Ein weiterer Prozesstag ging zu Ende und die Berichte gleichen den in den vorangegangenen Monaten. Marco kommt nicht frei. Das Gericht vertagte den Prozess auf den 26. Oktober, damit die Aussage des Opfers auf dem Dienstweg das Gericht erreichen kann, wie die SZ heute berichtet. Charlotte hatte sich in ihrem Heimatland zu den Tathergängen geäußert und fordere laut “Bild”, dass Marco “hart bestraft” wird.

Marcos Anwälte reagierten gelassen. Sie vermuten hinter der Aussage den Einfluss der Mutter des Mädchens und gaben zu bedenken, dass Charlotte vor ihrer Abreise aus der Türkei eine Aussage gemacht hatte, die nichts belastendes enthielt.

Wir berichteten bereits davon, dass Marco durchaus auch nach deutschem Recht mit einer Strafverfolgung hätte rechnen müssen.  Sexueller Kontakt mit Minderjährigen ist auch hierzulande mit Strafe bedroht. Marcos Aussagen zu der fraglichen Nacht weisen jedoch – soweit bekannt – keine Widersprüche auf, während die Darstellung der Gegenseite immer wieder Fragen aufwarfen. So gab es unterschiedliche Darstellungen zur fraglichen Nacht des Mädchens, als auch der Anklage widersprechende Zeugenaussagen eines Gynäkologen und eines Freundes, der sich zum Tatzeitpunkt in dem Hotelzimmer befunden haben soll (vgl. rechtsanwalt.com blog, WeltOnline).

Es erscheint in Anbetracht der Umstände immer weniger verständlich, warum Marco nicht zumindest aus der Untersuchungshaft entlassen wird.  Die offizielle Begründung lautet, es bestünde Fluchtgefahr.

Zum jetzigen Zeitpunkt sind keine Reaktionen aus der juristischen Blogsphäre  bekannt.

Quellen und Links

Links im rechtsanwalt.com blog

1 Antwort zu “Marco bleibt in Untersuchungshaft – Opfer fordert harte Bestrafung”


  1. 1 Falk 23. Oktober, 2007 um 22:43

    Hi,
    am 25.- und 26.10. finden in Uelzen und Frankfurt Mahnwachen für Marco statt.
    Weitere Infos findet ihr unter http://www.freiheit-fuer-marco.de/hilfsaktionen.php , wir würden uns über eine große Beteiligung freuen.
    Achja, wenn ihr grade einen Fernseher in der Nähe habt:
    um 22.45Uhr kommt bei der ARD “Menschen bei Maischberger”, da geht es um Marco!

    Gruß
    Falk


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